Vergleich populärer Mehrsprachigkeits-Plugins für globale WordPress-Projekte
Mehrsprachige WordPress-Websites helfen dabei, internationale Zielgruppen zu erreichen, Vertrauen aufzubauen und Inhalte lokal relevant auszuspielen. Damit Übersetzungen, Sprachumschalter und SEO sauber zusammenspielen, braucht es das passende Mehrsprachigkeits-Plugin. In diesem Vergleich stellen wir drei verbreitete Lösungen vor: WPML, Polylang und Weglot – inklusive praxisnaher Hinweise zur Einrichtung und Nutzung.
Worauf Sie bei einem Mehrsprachigkeits-Plugin achten sollten
- Übersetzungs-Workflow: manuell, mit Übersetzungsmanagement oder automatisch (mit nachträglicher Korrektur)
- SEO-Funktionen: saubere Sprach-URLs (Verzeichnisse/Subdomains), übersetzbare Slugs, hreflang, Indexierung
- Kompatibilität: Theme-Builder, Custom Post Types, ACF/Metadaten, WooCommerce
- Performance & Wartung: zusätzliche Datenbanklast vs. Cloud-Lösung, Update-Zyklen, Support
- Kosten: Lizenzmodell, Anzahl Sprachen, Seiten/Words, Zusatzmodule
1) WPML (WordPress Multilingual Plugin)
WPML gehört zu den etabliertesten Mehrsprachigkeits-Plugins und richtet sich vor allem an professionelle, komplexere Websites. Es bietet ein umfassendes Übersetzungsmanagement für Seiten, Beiträge, Taxonomien, Menüs und viele Inhalte von Themes/Plugins. Für Teams ist interessant, dass Rollen, Workflows und eine zentrale Übersetzungsverwaltung möglich sind.
- Stärken: umfangreiche Funktionen, gute Kontrolle über Inhalte, breite Kompatibilität im Ökosystem
- Typische Use Cases: Corporate Websites, mehrsprachige Content-Hubs, Projekte mit vielen Inhaltstypen
- Setup (grobe Schritte): Plugin installieren, Sprachen definieren, URL-Format wählen, Inhalte/Taxonomien für Übersetzung aktivieren
2) Polylang
Polylang ist eine beliebte Lösung für alle, die Mehrsprachigkeit schlank umsetzen möchten. Die Grundfunktionen sind leicht verständlich: Sie legen Sprachen an und erstellen pro Sprache eigene Inhalte. Je nach Anforderungen kann das sehr effizient sein – besonders, wenn Sie Übersetzungen bewusst manuell pflegen und Inhalte sprachlich individuell anpassen möchten.
- Stärken: übersichtlich, flexibel, gut für manuelle Workflows
- Typische Use Cases: Blogs, Unternehmensseiten mit überschaubarem Umfang, Projekte mit klar getrennten Sprachinhalten
- Setup (grobe Schritte): Sprachen hinzufügen, Standard-Sprache festlegen, Sprachumschalter platzieren, Inhalte pro Sprache erstellen und verknüpfen
3) Weglot
Weglot ist eine cloudbasierte Lösung, die besonders schnell zu Ergebnissen führt. Nach Installation und API-Anbindung werden Inhalte automatisiert übersetzt und lassen sich im Dashboard bearbeiten. Das ist praktisch, wenn Sie kurzfristig viele Sprachen anbieten möchten – etwa für Kampagnen, internationale Landingpages oder als MVP für neue Märkte.
- Stärken: sehr schnelle Einrichtung, automatische Übersetzungen, zentrale Bearbeitung, oft wenig technischer Aufwand
- Typische Use Cases: schnelle Internationalisierung, Marketing-Landingpages, Test neuer Märkte
- Setup (grobe Schritte): Plugin installieren, API-Schlüssel eintragen, Zielsprachen wählen, Übersetzungen prüfen und wichtige Texte manuell nachschärfen

Direktvergleich: Welches Plugin passt zu welchem Projekt?
Die richtige Wahl hängt weniger vom „besten“ Plugin ab, sondern von Projektzielen, Budget und Workflow. Wenn Sie maximale Kontrolle und ein ausgereiftes Übersetzungsmanagement brauchen, ist WPML häufig eine starke Option. Wenn Sie bewusst manuell übersetzen und ein schlankes Setup bevorzugen, kann Polylang sehr gut passen. Wenn es besonders schnell gehen soll und Sie automatische Übersetzungen als Ausgangsbasis nutzen möchten, spielt Weglot seine Stärken aus.
Tipps für Einrichtung, SEO und laufende Pflege
- URL-Struktur festlegen: Nutzen Sie pro Sprache klare URLs (z. B.
/de/,/en/) und bleiben Sie konsistent – das erleichtert SEO und Analytics. - hreflang & Indexierung prüfen: Kontrollieren Sie, ob Sprachversionen korrekt verknüpft sind und nicht versehentlich auf „noindex“ stehen.
- Übersetzen Sie nicht nur Fließtext: Achten Sie auf Menüs, Widgets, SEO-Titel/Descriptions, Formulartexte, Alt-Texte und Systemmeldungen.
- Content an Sprache anpassen: Eine gute Übersetzung ist oft nicht wortgetreu – lokalisieren Sie CTA, Beispiele, Währungen, Datumsformate und Tonalität.
- Qualitätssicherung einplanen: Legen Sie Checklisten für neue Seiten an (Links, Meta-Daten, Medien, interne Verlinkung) und prüfen Sie nach Updates die Sprachumschaltung.
- Performance beobachten: Mehrsprachigkeit kann zusätzliche Abfragen und Inhalte bedeuten. Nutzen Sie Caching und testen Sie Core Web Vitals je Sprachversion.
Mit dem passenden Mehrsprachigkeits-Plugin und einem klaren Workflow schaffen Sie eine stabile Grundlage für internationales Wachstum. Entscheidend ist, dass Übersetzung, Nutzerführung (Sprachumschalter) und SEO (URLs, Indexierung, interne Verlinkung) gemeinsam gedacht werden – dann profitieren sowohl Ihre Besucher als auch Ihre Sichtbarkeit in Suchmaschinen.



